Das Dorf der Anderen bei Nacht. Der größte Teil der Überlebenden
sind in Bens Haus und schauen diesen misstrauisch an. Aaron schläft in
Claires Armen und Locke kommt herein, Miles vor sich herschubsend.
Locke: Ich danke euch für eure Geduld. Ich weiß, es hat
ein bisschen gedauert... bis ich wusste, wie wir weitermachen. Aber ich
wollte erst mehr über unsere Situation erfahren. Ihr sollt alles
wissen, was ich auch weiß. Also, keine... Geheimnisse mehr. Wie ihr
alle wisst, sind Miles und drei seiner Teammitglieder vor einer Woche
auf der Insel gelandet. Ich hab ihn aus dem Bootshaus geholt, weil ich
will, dass er uns genau erklärt, wieso sie hier sind.
Miles: Wir sind seinetwegen hier.
Zeigt auf Ben.
Hurley: Das ist jetzt nicht gerade eine Überraschung für uns.
Sawyer: Dann ist doch alles klar. Problem gelöst. Wann übergeben wir ihn?
Locke: Wir können ihn nicht übergeben.
Sawyer: Und was hindert uns daran?
Ben: Weil sie jeden auf dieser Insel töten werden, sowie ihr Auftrag erfüllt ist.
Claire: Wartet. Also... was, gehört er jetzt zu uns? Du... du wilst ihn beschützen? Er wollte dich töten, John!
Hurley: Ja. Und er verrät uns nicht, wer sein Spion auf dem Schiff ist.
Ben: Es ist Michael.
Hurley: Was?!
Ben: Mein Spion auf dem Schiff ist Michael.
Sawyer: Moment, wartet. Meint er etwa den, der zwei
Frauen ermordet hat, um diesen Wichser hier zu befreien? Und der uns
dann alle verraten hat, damit er hier weg kommt? Der Michael?
Locke: Ja, James. Der Michael.
Es ist Nacht. Sayid und Desmond schlafen in ihren Betten. Der Alarm
geht los. Sie wachen auf und rennen an Deck. Die Mannschaft sieht zu,
wie der Captain zwei Crewmitglieder verprügelt.
Gault: Ganz egal, wer desertiert, es gelten für alle dieselben Regeln! [zur Mannschaft]
Niemand geht von Bord des Schiffes ohne meine Erlaubnis! Ich schlage
diese Männer nicht, um euch einzuschüchtern. Ich will damit nur euer
Leben retten. Ihr wisst doch noch, was beim letzten Mal passiert ist,
als zwei Männer mit dem Boot weg wollten. An Minkowski muss ich euch
doch wohl nicht erinnern! Sobald die Motoren repariert sind, machen wir
uns wieder auf die Suche. Aber bis dahin bewahren wir alle schön die
Ruhe... Johnson!
Michael: Ja, Sir?
Gault: Kümmer dich um die Schweinerei.
Michael: Ja, Sir.
Sayid: Hallo, Michael.
Michael: [flüstert] Nicht jetzt, Mann!
Sayid: Doch. Gerade jetzt. Was hast du auf diesem Schiff zu suchen?
Michael: Ich such meinen Tod.
MAIN TITLE
Es ist Nacht. John verlässt Bens Haus, Miles vor sich her schubsend. Sawyer rennt ihm hinterher.
Sawyer: Hey! Das war'n nettes Treffen, John, aber das mit den Geheimnissen hab ich wohl falsch verstanden.
John: Ich verstehe nicht, wovon du redest.
Sawyer: Ich rede von den drei Millionen Dollar, die dein Kumpel hier verlangt hat. Und?
John: Ja. Miles will sich seine Loyalität mit Geld
bezahlen lassen. Aber da ich bislangr keine Bank auf der Insel gesehen
habe, hielt ich es für nicht wichtig.
Miles kichert.
Sawyer: Was ist so lustig?
Miles: Linus beschafft das Geld.
Sawyer: Und wie wird er das anstellen?
Miles: Er möchte weiterleben. Und wenn man bedenkt, dass
er vor einer Woche noch den Lauf einer Waffe im Genick hatte, und jetzt
mit euch Kaffee trinkt, würde ich sagen, er kriegt was er will.
Bens Haus. Die Leute gehen. Karl und Alex sind bei Claire,
spielen mit Aaron. Karl hat den Arm und Alex Hüfte. Ben beobachtet sie.
Alex und Claire kichern. Aaron gurrt.
Karl: Was macht er denn da?
Claire: Er ist müde, macht's gut. Ciao.
Claire geht. Alex und Karl wollen gerade gehen.
Ben: Alex?
Alex und Karl drehen sich um. Rousseau kommt näher um dem Gespräch zu lauschen.
Ben: Darf ich dir was sagen?
Rousseau: Ich finde, du hast für einen Abend genug geredet.
Ben: Leider werdet ihr euch noch etwas mehr anhören müssen.
Alex: Ist schon gut. Was ist denn?
Ben holt ein Stück Papier aus seiner Hosentasche und faltet es auf.
Ben: Das ist eine Karte, der Weg zum Tempel.
Alex nimmt die Karte.
Ben: Er ist eine Zufluchtsstätte. Und vielleicht der letzte sichere Ort auf der Insel.
Karl: Warum wissen wir nichts davon?
Ben: Wenn alle davon wüssten, wäre es keine
Zufluchtsstätte. Die anderen von uns sind schon da. Wenn ihr gleich los
geht, schafft ihr es anderthalb Tagen
Karl: Wenn es sicher ist, können wir doch alle gehen. Was ist mit Hurley, Claire, dem Baby?
Ben: Weißt du, der Tempel ist nicht für sie, Karl, der
ist für uns. Die Menschen, die auf die Insel gekommen sind, wissen wer
ich bin, Alex. Sie wollen mich haben und sie töten alle, die sich ihnen
in den Weg stellen. Und sollten sie rausfinden, dass du meine Tochter
bist, dann würden sie dich als Druckmittel benutzen. Uns bleibt nicht
viel Zeit.
Karl: Wir sollten darüber nachdenken.
Rousseau: Er hat Recht. Wir sollten gehen.
Alex: Diese Menschen, du sagst sie seien gefährlich. Gefährlicher als du?
Ben: Ja. Aber deine Mutter beschützt dich. Geht jetzt, los!
Alex, Karl und Rousseau gehen.
Der Morgen graut. Desmond schaut auf den Ozean. Sayid redet in der Nähe mit einigen Besatzungsmitgliedern.
Sayid: Wo ist er?
Besatzungsmitglied: Maschinenraum.
Sayid: Bist du sicher?
Besatzungsmitglied: Ja.
Der Mann geht. Sayid geht zu Desmond.
Sayid: [flüstert] Er ist im Maschinenraum.
Desmond nickt.
Im Maschinenraum. Micheal und Jeff arbeiten.
Michael: Ich versteh's nicht! Er sollte längst wieder laufen.
Jeff: Die Dichtungen sind alle zerfressen.
Michael: Warte mal...
Desmond und Sayid kommen die Treppe zum Maschinenraum herunter.
Michael: Sucht ihr was?
Sayid: Der Kapitän hat gesagt, wir sollen bei der Reparatur helfen.
Michael: Oh, danke. Wir kommen schon klar. Hey, Jeff, weißt du was? Wir brauchen'n Druckventil. Holst du mir eins aus dem Lager?
Jeff: Klar, mach ich.
Jeff geht.
Michael: Es ist gefährlich, hier zu sein.
Sayid schubst Michael gegen die Wand.
Michael: Hey! Uhh! Aah!
Desmond: Hey, Sayid, was soll das?!
Sayid: Was machst du hier?
Michael: Warte, wenn sie uns reden sehen, dann...
Sayid: Dann beeil dich lieber!
Michael: Du verstehst das nicht!
Sayid: Ich werde alles verstehen, Michael. Du fängst ganz von vorne an... und berichtest, wie du auf das Schiff gekommen bist.
Ein Wasserhahn leckt. Michael ist in einem heruntergekommenen
Appartment. Eine Frau und ein Mann streiten sich in einer der
Nachbarswohnungen.
Männliche Stimme: [im Hintergrund] Ich hab aber keine Lust auf morgen früh zu warten. Jetzt streng dich ein bisschen an...
Michael sitzt auf einem Stuhl und schreibt etwas in ein Notizbuch. Die Alarmanlage eines Autos geht draußen los.
Männliche Stimme: [im Hintergrund] Na also, warum nicht gleich so?
Michael betrachtet ein Foto von sich und Walt als Baby. Er weint und Tränen fallen auf das Notizbuch. Er reißt ein Blatt heraus.
Es ist Nacht in Manhattan. Michael geht über eine Straße. Laute Musik
schallt durch die Straßen. Er steigt in sein Auto und startet es. Es
läuft der Song von Mama Cass Elliot - "It's Getting Better". Michael
heftet sich den herausgerissenen Zettel an die Jacke.
Getting better every day
Better every day
I don't feel all turned on
And starry-eyed
I just feel A...
And it's not hard to see
That it isn't half
Of what...
Michael fährt los und fährt eine scharfe Kurve.
Cause it's getting better
Growing stronger
Warm and wilder
Michael: Es tut mir leid.
Er steigt hart auf das Gaspedal.
Getting better every day
Better every day
Das Auto rast frontal und ungebremst auf einen Container. Das Radio läuft nach dem Unfall noch.
But it's getting better
Growing stronger
Sirenen erklingen in der Ferne.
Warm and wilder
Getting better every day
Ein Schiffshorn erklingt.
Better every day
Ein Krankenhaus. Michael wacht in einem Krankenbett auf. Monitore piepen.
Michael: [stöhnt] Was...
Die Tür geht auf und Libby betritt das Zimmer
Libby: Entschuldigung. Ich wollte sie nicht wecken, Mr. Dawson.
Michael: Es... was ist mit mir?
Libby: Sie hatten einen Autounfall. Es ist ein Wunder, dass sie noch leben.
Michael: Wie schwer bin ich verletzt?
Libby: Schht. Sie müssen sich ausruhen.
Unheimliche Stimmen flüstern.
Libby: Es ist kalt heute Nacht.
Michael reißt erschrocken die Augen auf, als er sie erkennt.
Libby: Hier sind noch ein paar warme Decken.
Michael schreit auf, setzt sich in seinem Bett auf. Libby ist
verschwunden, es scheint nur ein Traum gewesen zu sein. Eine
Krankenschwester betritt das Zimmer.
Krankenschwester: Oh, ist das düster hier drin. [sie macht das Licht an.] Ich dachte, ich hätte jemanden schreien gehört. Und irgendwas sagte mir, er war's nicht. [deutet auf den komatösen Patienten im Bett neben ihm] Alles in Ordnung? [Michael antwortet nicht.] Sie haben großes Glück gehabt. Der Notarzt hat Sie in einem zerstörten Auto gefunden. An der Brust hatten Sie einen Zettel. [Sie kontrolliert den Infusionsbeutel] Einen Ausweis hatten Sie nicht dabei. Verraten Sie mir Ihren Namen? [Michael bleibt stumm.] Hätte ich auch nicht gedacht. Soll ich Walt benachrichtigen?
Michael: Was?
Krankenschwester: Dieser Brief an Ihrer Jacke war an "Walt" gerichtet. Wenn Sie möchten, ruf ich ihn an.
Michael: Nein.
Krankenschwester: Gut, also dann...
Sie verlässt das Zimmer.
Einige Zeit später. Michael hat sich wieder von seinen
Verletzungen erholt. Er steht vor einem weihnachtlich geschmückten Haus
und klopft an die Tür. Nach dem zweiten Klopfen wird sie von einer
älteren Frau geöffnet.
Michael: Hey, Ma.
Seine Mutter sieht ihn überrascht und etwas verärgert an.
Michael: Lässt.. lässt du mich rein.
Michaels Mutter: Nein. Das war dir doch klar.
Sie tritt aus dem Haus und schließt die Tür hinter sich.
Michael: Ich will ihn sehen, bitte.
Michaels Mutter: Nein.
Michael: Lass mich mit ihm reden..
Michaels Mutter: Ich weiß nicht, was du zu dem Jungen gesagt hast, aber egal, was es auch war, er sagt, er will dich nicht sehen.
Michael: Bitte, Ma. Er ist mein Sohn. Es ist mein Recht...
Michaels Mutter: Ich hab dich für tot gehalten. [Michael seufzt auf.]
Sie haben mir gesagt, dass euer Flugzeug mitten im Meer abgestürzt ist.
Doch plötzlich stehst du vor der Tür, als wär nichts geschehen. Nur
leider darf ich keinem was sagen von dir oder Walt. Ich darf nicht eure
richtigen Namen benutzen. Er spricht kaum mit mir, aber dafür wacht er
mitten in der Nacht schreiend auf, und ich bin diejenige, die ihm sagen
muss, dass alles wieder gut wird. Solange du also nicht bereit bist,
mir zu sagen, wo du die zwei Monate warst und was passiert ist, solange
komm mir nicht mit deinen Rechten.
Michael: Würdest du ihm.. sagen, dass ich ihn liebe?
Michaels Mutter: Ja.
Sie geht wieder ins Haus. Michael bleibt frustriert draußen
stehen und macht sich langsam auf den Weg. Walt steht oben am Fenster.
Michael dreht sich um, und sie schauen sich kurz an. Dann verschwindet
Walt wieder hinter dem Vorhang.
Michael betritt eine nervös eine Pfandhaus.
Pfandhändler: Was kann ich für Sie tun?
Michael: Was geben Sie mir dafür?
Er streift seine Uhr ab und gibt sie dem Pfandhändler.
Pfandhändler: Warum ist hier alles voll Chinesisch?
Michael: Das ist Koreanisch, Mann! Ich hab sie von nem Koreaner.
Pfandhändler: Du siehst nicht aus, wie jemand, der Koreanisch kann. [sieht in misstrauisch an.] Ich geb dir 300.
Michael: Ich will kein Geld dafür.
Pfandhändler: Und was willst du dann dafür?
Michael: Ne Pistole. Ne Pistole mit Munition.
Michael geht im Dunkeln durch die Stadt. Im Hintergrund sind
Polizeisirenen zu hören. In einer düsteren Seitengasse kauert er sich
zwischen zwei Müllcontainer und nimmt Waffe und Munition aus der
Papiertüte. Er beginnt den Revolver zu laden.
Michael: [flüstert] Bloß nicht nachdenken.
Eine Patrone fällt zu Boden.
Michael: [flüstert] Ich mach's einfach...
Er schließt die geladene Trommel des Revolvers, atmet tief ein
und hält ihn sich an den Unterkiefer, als er plötzlich von einer Stimme
aufgeschreckt wird.
Mann: Entschuldigung, haben Sie mal die Uhrzeit?
Michael: Nein, Mann, nein!
Mann: Ach, komm schon, Michael. [Michael blickt verwirrt auf. Es ist Tom.] Nicht mal für nen alten Freund?
Michael starrt ihn entgeistert an.
Tom: Manhattan, huh? Wir lassen dich von einer Insel weg und du suchst dir die nächste.
Michael versucht auf Tom zu schießen. Tom weicht aus, und schlägt ihn nieder.
Tom: Jetzt beruhige dich. Ich bin hier, weil ich dir...
Michael hat sich hochgerappelt und schlägt ihm mit der Faust ins
Gesicht. Tom kontert und verpasst Michael ebenfalls eine. Michael geht
wieder zu Boden.
Tom: Können wir uns jetzt unterhalten.. wie Erwachsene?
Michael: [stöhnend] Ja..
Tom reicht ihm die Hand und will ihm hochhelfen. Michael nimmt
an, greift jedoch mit der anderen Hand nach einer leeren Weinflasche
und schlägt sie Tom auf den Kopf. Beide stehen sich mit gezogener
Pistole und abgebrochener Flasche gegenüber.
Tom: Hör jetzt auf!!!
Michael wirft die Flasche zu Boden und presst seine Stirn gegen den Revolver.
Michael: Los, tu es! Los!!
Tom: [steckt die Pistole weg] Das hättest du gern, was?
Michael: Wie hast du mich gefunden?
Tom: Wir sind die, die dich freigelassen haben, Michael. Dachtest du wirklich, wir würden dich aus den Augen verlieren?
Michael: Und was wollt ihr?
Tom: Deine Hilfe.
Michael: Wie kommt ihr darauf, dass ich dem Schweinehund helfe, der Walt entführt hat?
Tom: Du hast ihn unversehrt zurückbekommen, Mike. Es ist deine Schuld, dass er nicht mehr da ist. [Michael starrt nachdenklich ins Nichts.]
Du hast es ihm gesagt, hm? Du hast die Schuldgefühle nicht ertragen und
hast einem Zehnjährigen erzählt, was du den zwei Frauen angetan hast.
Willst du dich deswegen umbringen, Michael? Weil er weiß, was du getan
hast? Weil er weiß, dass du ein Mörder bist.
Michael: Hau ab! Verschwinde!
Michael beginnt zu gehen.
Tom: Ich hab schlechte Neuigkeiten, Amigo. Du kannst dich nicht umbringen. Die Insel wird es nicht zulassen.
Michael: Was hast du gesagt?
Er dreht um, kommt noch mal zurück.
Tom: Du kannst dich bemühen, so viel du willst. Du kannst es auf jede erdenkliche Art versuchen. Es wird nicht klappen.
Tom gibt Michael den Revolver zurück.
Tom: Lass es drauf ankommen, wenn du mir nicht glaubst.
Du hast noch was zu tun, Michael. Sobald du das eingesehen hast, komm
zum Penthouse im Hotel Earle.
In Michaels Wohnung. Im Fernseher läuft eine Quizshow, Michael sitzt davor auf einer Couch.
Fernseher: ...und jetzt einen warmen Willkommensapplaus für Ihren Gastgeber.. [Applaus]
Michael achtet nicht auf den Fernseher. Er sieht sich, den
Revolver in der Hand haltend, ein gerahmntes Bild von ihm und Walt an,
das auf dem Tisch vor ihm steht.
Fernseher: [im Hintergrund] ..die erste Kategorie ist Literatur. Ich hoffe Sie haben..
Michael setzt den Revolver an seiner Schläfe an, drückt ab, der Schuss löst sich jedoch nicht.
Fernseher: [im Hintergrund] ..Das ist richtig. [Applaus]
Michael öffnet die Trommel des Revolvers. Alle Patronen sind noch drin.
Fernseher: [im Hintergrund] Wenn Sie Ihre Punkte für die nächste Runde verdreifachen wollen, dann sagen Sie uns den Namen der Hauptfigur...
Michael setzt noch einmal an.
Fernseher: [im Hintergrund] Wir unterbrechen unser Programm für eine wichtige Nachricht..
Michael schafft es nicht abzudrücken. Er bemerkt die Nachrichtensendung im Fernseher.
Nachrichtensprecherin: Das Wrack von Oceanic Flug 815 ist gefunden worden. [im Fernseher ist das gefälschte Wrack von Flug 815 auf dem Meeresgrund zu sehen.] Diese Bilder beweisen, die Maschine ist tatsächlich ins Meer gestürzt. [Michael legt langsam den Revolver weg. Ungläubiges Staunen ist in seinem Gesicht zu sehen.]
Aufgrund der enormen Tiefe ist es unwahrscheinlich, dass die Leichen
geborgen werden können. Fachleute sind außerdem skeptisch, dass es
möglich sein wird die Black Box von Oceanic 815 zu bergen, und deswegen
werden wir wohl nie abschließend sagen können, was wirklich mit dieser
Unglücksmaschine und ihren 324 Passagieren passiert ist. Doch auch nach
dieser schrecklichen Entdeckung geben die Familien der Angehörigen ihre
Hoffnung nicht auf, dass...
Im Hotel Earle. Michael klopft an eine Tür.
Tom: Ich hätte nicht erwartet, dass es so schnell geht.
Er lässt Michael eintreten. Ein Mann gießt Tom einen Drink ein und reicht ihm das Glas.
Arturo: Ist das der Typ, der dich mit der Champagnerflasche geschlagen hat?
Tom: Ja, aber es hat mich nicht überrascht.
Er legt Arturo den Arm auf die Schulter. Ihr Umgang scheint sehr vertraut.
Tom: Arturo, Michael und ich müssen noch etwas Geschäftliches bereden. Lässt du uns allein?
Arturo: Natürlich.
Arturo küsst Tom auf die Wange.
Arturo: Ciao.
Arturo verlässt den Raum.
Tom: [zu Michael] Greif zu, wenn du Hunger hast. Ich bin so selten auf dem Festland, und wenn ich es schon schaffe, verwöhn ich mich gern mal.
Michael: Ihr könnt kommen und gehen.. wie es euch gefällt?
Tom: Ein paar von uns. Willst du was trinken?
Michael: Ich will nur eins.. Wissen, was mein Flugzeug auf dem Meeresgrund zu suchen hat.
Tom: Das ist nicht dein Flugzeug. Das ist ne Fälschung.
Ein Mann namens Widmore ist dafür verantwortlich. Das ganze Wrack ist
ein Fake.
Michael: Ein Fake? Warum sollte er so ein...
Tom: Er will verhindern, dass jemand herausfindet, wo das Flugzeug wirklich abgestürzt ist. Er will es selber finden.
Michael: Hältst du mich wirklich für so naiv?
Tom: Und, prallte die Kugel an deinem Schädel ab, oder hatte die Waffe nur Ladehemmungen?
Michael: Beweise es.
Tom: Wie?
Michael: Beiweise, dass dieser Widmore das alles getan hat. Beweise es.
Tom bedeutet Michael zu folgen. Er nimmt eine Akte und wirft sie zu Michael. Der beginnt darin zu blättern.
Tom: Das ist der Friedhof in Thailand, wo Widmore die
dreihundertirgendwas Leichen hat ausbuddeln lassen, und die Rechnung
für die alte 777, die er über eine Tochterfirma gekauft hat, und die
Papiere von dem Frachter, den er benutzt hat, um den ganzen Mist an
einer Stelle ins Meer zu werfen, die so tief ist, dass man garantiert
nie irgendwas identifiziert. Hast du ne Vorstellung, was es kosten
würde, diese Leichen zu bergen?
Michael: Was willst du von mir, Mann?
Tom: In ein paar Tagen sticht in Fidschi ein Frachter in
See. Es ist Widmores Schiff. Wir glauben, dass er es endgültig
geschafft hat, die Insel zu lokalisieren, und er ist auf dem Weg
dorthin. Also herzlichen Glückwunsch, Michael, dein Landurlaub ist
vorbei. Du hast grade einen Job auf diesem Schiff ergattert. Dein Name
ist Kevin Johnson.
Tom gibt Michael einen Pass.
Tom: Du fliegst nach Fidschi und stößt als Deckhelfer zur Crew.
Michael: Ich soll verdeckt für euch arbeiten? Was sollte mich dazu bringen, ausgerechnet für euch zu arbeiten?
Tom: Wenn es diesem Widmore gelingt, die Insel zu finden,
dann sind alle, die sich dort aufhalten verloren. Er würde alle töten,
ohne mit der Wimper zu zucken. Wenn du dich von deiner Schuld
reinwaschen willst, ist das deine einzige Chance. Du kannst ihre Leben
retten.
Michael: Nein. Ich kann nicht. Ich kann nicht wieder auf diese Insel.
Michael steht auf und will gehen.
Tom: Ich sagte nicht, dass du wieder auf die Insel sollst.
Michael dreht sich um.
Tom: Du gehst nicht an Bord des Schiffes, um Decks zu schrubben, Michael... sondern weil du alle Menschen dort umbringen sollst.
Ein Landesteg auf Fidschi. Es herrscht geschäftiges Treiben.
Die Kahana ist zu sehen. Ein Taxi hält vor dem Schiff und Michael
steigt aus. Er hängt sich seinen Seesack auf die Sculter, blickt
skeptisch auf das Schiff und setzt sich ein Basecap auf. Dann geht er
auf das Schiff zu.
Minkowski: Okay, das machen wir so... [zu Michael] Hey. Bist du der Maschinist?
Michael: Nein. Nur Deckhelfer.
Minkowski: Wir sind alle gleich an Bord. [er reicht ihm die Hand zur Begrüßung] Du musst nur vernünftig Poker spielen. Ich bin George.. Minkowski.
Michael: Kevin Johnson.
Minkowski: Okay, freut mich, Kevin. Am Besten meldest du dich gleich da drüben, bei Naomi, und.. ehm.. wir sehen uns dann. Willkommen.
Naomi führt ein Gespräch mit einem der Crewmitglieder.
Naomi: Alles klar. Willkommen an Bord.
Das Crewmitgleid geht an Bord. Michael kommt auf Naomi zu.
Michael: Äh... ich melde mich zum Dienst. Kevin Johnson.
Naomi: Naomi Dorrit. Freut mich. Und, hatten Sie einen guten Flug?
Michael: Ja, geht so.
Naomi: Nicht viel geschlafen, hm?
Michael: Seh ich so müde aus?
Naomi: Also, ich finde schon. Sie können an Bord gehen.
Oh, Ihre Kiste ist schon eingetroffen. Soll ich sie in Ihre Kabine
bringen lassen?
Michael: Ja. Danke.
Naomi: Willkommen an Bord, Kevin.
Michael geht an Bord des Frachters. Miles sitzt auf ein paar gestapelten Kisten und ist eine Orange.
Miles: Dein Name ist nicht Kevin. [Michael sieht in überrascht an.] Keine Sorge. 80% der Mannschaft verbreitet Unwahrheiten über sich. Orange?
Michael: Nein danke.
Michaels Handy klingelt.
Michael: Ja?
Tom: Wie war die Reise?
Am anderen Ende der Leitung sitzt Tom im Hotel.
Tom: Vermutlich ist es mit dem Fliegen so eine Sache für dich.
Michael: Was willst du?
Tom: Ist dein Care-Paket schon eingetroffen?
Michael: Ja.
Tom: Warte ein oder zwei Tage bis ihr auf offener See seid, dann kannst du loslegen.
Naomi: [zu einem weiteren Crewmitglied] Bring dein Zeug nach unten, okay? Willkommen an Bord, Keamy.
Tom: Oh, ein paar von ihnen hast du schon kennen gelernt. Jetzt haben sie Namen und Gesichter und du kriegst kalte Füße, hm?
Michael: Ja, ganz genau. Stimmt.
Tom: Dann hab ich noch'n paar Namen für dich: Sun,
Sawyer, Jack, Claire, ihr Baby, und du kannst sie nur retten, wenn du
deinen Mumm zusammennimmst und jetzt an Bord gehst.. oder willst du
vielleicht zurückkommen und deinem Sohn erklären, dass du noch mehr
Tote auf dem Gewissen hast? Jetzt kommt's drauf an, machst du mit oder
nicht?
Michael: Ich mach mit.
Tom: Gut, dann weg mit dem Telefon und geh an die Arbeit.
Michael macht das Telefon aus und wirft es über Bord.
Die "Kahana" Motoren in den unendlichen weiten des Ozeans,
während die Sonne unter geht. Michael lehnt über der Reling auf dem
Deck und blickt in den Horizont. Er hört einen entfernten Streit
zwischen Naomi und Frank.
Naomi: Es tut mir Leid, Frank, aber ich fliege zuerst. Ende der Diskussion.
Frank: Nimm's nicht persönlich, aber ich fliege diese
Dinger schon, da warst du noch in der Grundschule. Also sollte ich
zuerst fliegen.
Naomi: Ich brauche dich für den Transport der Wissenschaftler.
Frank: Und was hast du dann vor?
Naomi: Das erfahren nur die, die es was angeht.
Sie dreht sich um und geht durch eine Tür, die sie hinter sich
schließt. Frank geht hinüber zu Michael und nimmt den Rest eines
Zigarrenstummels aus der Tasche seines Hawaiihemds.
Frank: Gleichberechtigung hab ich mir anders vorgestellt.
Beide lächeln. Frank streckt seine Hand aus.
Frank: Frank Lapidus, Hubschrauberpilot.
Michael: Kevin Johnson. Deckhelfer.
Sie schütteln die Hände.
Frank: Was ist deine Geschichte, Kevin?
Michael: Was?
Frank: Was führt dich an Bord von so nem Pott?
Michael: Ich hoffe auf'n paar Abenteuer.
Frank: Ah, Abenteuer. Ja. Tja.. [flüsternd] wie wär's denn damit für den Anfang? Hast du schon mal von Oceanic 815 gehört?
Michael: Ja.
Frank: Was würdest du davon halten, wenn ich dir sage, dass das gefundene Flugzeug gar nicht Oceanic 815 ist.
Michael: Und was dann?
Frank: Du kennst doch diese Verrückten, die glauben, dass
die Mondlandung getürkt ist? Das hier ist genau so. Nur diesmal
wirklich. Deswegen bin ich bei diesem Trip dabei, weil der Eigner des
Schiffs mir geglaubt hat. Charles Widmore. Er glaubt, dass 815 irgendwo
da draußen zu finden ist. Ich meine, kannst du dir vorstellen, was
passieren würde... wenn wir irgendwelche Passagiere finden, die
überlebt haben?
Frank geht weg.
In einer Koje sitzend, starrt Michael auf einen Schlüssel in seiner Hand und die verschlossene Kiste auf einem Tisch.
Tagsüber, an Deck der Kahana. Michael putzt eine
Wand mit einem nassen Lappen und einem Eimer mit seifigem Wasser. Er
dreht sich um, als er einen Schrei und Maschinengewehrsalven hört. Er
duckt sich zunächst verschreckt, steht dann auf, um nachzusehen, was
los ist.
Keamy feuert mit einem Maschienengewehr auf eine Tontaube, als
diese in Richtung des Horizonts emporfliegt. Die anderen Crewmitglieder
jubeln, schreien und lachen. Immer wieder gibt Keamy den Befehl zum
Abfeuern einer Tontaube, auf die er dann mit seinem Maschinengewehr
schießt.
Keamy: Neues Magazin.
Jemand gibt ihm eins. Er läd seine Waffe nach und es geht weiter.
Keamy: Volltreffer.
Michael: Hey.
Michael erscheint. Keamy dreht sich zu ihm.
Michael: Was macht ihr denn da?
Keamy: Na, was glaubst du denn? Wir schießen, siehst du doch.
Er gibt den Befehl für die nächste Tontaube und feuert erneut. Crewmitglieder lachen. Die Hülsen klappern aufs Deck.
Michael: Ich, äh... ich dachte, das ist eine Rettungsmission.
Keamy dreht sich zu seinen Männern um. Diese lachen.
Keamy: Äh... hast du nicht was aufzuwischen?
Michael dreht sich um und beginnt zu gehen.
Crewman: Na los, mach weiter.
Keamy und die anderen führen ihr Schießspiel fort.
Zurück in seiner Koje öffnet Michael die Kiste und nimmt einen Koffer
heraus. Er hört Keamy weiterhin von draußen schreien. Michael nimmt den
Koffer den Korridor entlang zum Maschienenraum mit. Er öffnet die Tür
quietschend und schließt sie scheppernd. Er stellt den Koffer nervös
neben ein großes Rohr auf dem steht: "TREIBSTOFFVERSORGUNG EINS -
WARNUNG - OFFENES FEUER VERBOTEN". Er nimmt den Schlüssel aus seiner
Tasche und steckt ihn in den Koffer. Er öffnet sich. In dem Koffer ist
ein Werkzeugsatz gefüllt mit Zangen und Schraubenziehern und ähnlichem.
Michael entfernt den falschen Knopf, der an dem Werkzeugsatzt befestigt
ist, um eine Bombe mit dem Zünder eines Kreislaufes, eine nummerierte
Tastatur und einen großen, roten "ausführen" Knopf zu enthüllen. Er
flüstert zu sich selbst, während er einen Zahlencode in die Tastatur
eingibt. Bei jeder Zahl piept es.
Michael: [flüsternd] Okay, du schaffst das.. ich weiß, du schaffst das.. du schaffst das.. 7-1-7-7-6.. okay.
Michael hält seinen Finger über den Knopf, als er plötzlich
Musik höhrt - Mama Cass Eliot's "It's Getting Better". Er dreht sich
um.
Cass Eliott: [Musik spielt] ...but it's getting better...
Michael höhrt eine gespenstische Stimme flüstern. Er sieht sich
um. Niemand ist da. Er ist alleine. Er atmet tief ein. Während er sich
zu dem Knopf zurück dreht. Er höhrt eine Frauenstimme.
Libby: Tu es nicht, Michael.
Michael fährt erschrocken herum, um Libby zu sehen, welche dort
in einem grünen T-Shirt und blauen Jeans steht. Die selben Sachen, die
sie auf der Insel getragen hat. Plötzlich ist sie verschwunden. Er
dreht sich zurück zu der Bombe. Er geht zu ihr rüber. Nach ein paar
Sekunden des Zögerns, drückt er den Knopf. Der Zähler zählt von 15
runter. Schnelles Piepen beginnt.
Michael: [schließt seine Augen] Ich liebe dich, Walt.
Das Piepen geht weiter. Als der Zähler "Null" erreicht, hört das
Piepen auf. Eine kleine Flagge springt auf der rechten Seite der Bombe
hervor. Michael öffnet seine Augen. Er nimmt eine kleine Rolle Papier
von der Flagge. Auf dieser steht in schwarzen Großbuchstaben: "NOCH
NICHT".
Michael sitzt allein in seiner Kajüte auf dem Frachter,
während er einen Tennisball gegen die Wand wirft. Jemand klopft gegen
die Tür. Sie wird geöffnet. Es ist Minkowski.
Minkowski: Machst du jetzt den Nicholson, oder was?
Michael: Was?
Minkowski: Du weißt schon, Jack Nicholson in "Shining",
wenn er diesen Ball immer gegen die Wand wirft. Als nächstes wirst du
deine Frau mit ner Axt verfolgen.
Michael: Ich bin nicht verheiratet.
Minkowski fängt nach dem nächsten Abpraller den Ball und behält ihn in seiner Hand.
Minkowski: Ich will dich nicht stören, aber du hast'n Anruf.
Michael: Ein Anruf?
Minkowski: Ja. Vom Festland. Sie haben ihn durchgestellt, in den Funkraum.
Michael: Das muss'n Fehler sein, niemand weiß, dass ich hier bin.
Minkowski: Tja, es gibt nur einen Kevin Johnson an Bord,
also zumindest einer weiß es, und dieser jemand will dich ganz dringend
sprechen. Sein Name ist Walt.
Minkowski führt Michael in den Funkraum des Frachters
hinein. Er geht hinüber zum Kommunikationsgerät und reicht Michael
einen Kopfhörer.
Minkowski: Okay, hier.
Michael: Hey, äh... das ist ziemlich privat. Würdest du mich allein lassen?
Minkowski: Klar, kein Problem, Kevin. Du legst den gelben Schalter um [deutet auf einen Schalter von "Channel A" nach "Channel B"] und drehst dann an diesem Knopf für die Frequenz. [deutet auf einen Drehknopf zur Wahl des Frequenzbereichs]
Michael: Verstanden.
Minkowski: Okay.
Minkowski verlässt den Raum. Sobald sich die Tür hinter ihm schließt, betätigt Michael den Schalter und dreht den Knopf.
Michael: Walt?
Es ist nicht die Stimme von Walt, sondern die einer anderen vertrauten Person.
Ben: Es tut mir sehr Leid, Michael, aber er ist noch in New York.
Der im Rollstuhl sitzende Ben spricht in ein
Amateurfunkmikrophon. Er befinde sich in der geheimen Wandkammer in
seinem Haus im Dorf der Anderen.
Ben: Also fürchte ich, du musst mit mir vorlieb nehmen. [Michael sagt nichts.] Michael?... Hörst du noch zu?
Michael: Deinetwegen bin ich auf diesem Schiff. Ich
soll's in die Luft jagen. Doch was passiert, wenn man den blöden Knopf
drückt? Ein Fähnchen klappt nach oben.
Ben: Dann hast du also den Auslöser tatsächlich betätigt.
Michael: [schreit] Deine Bombe ist ein... [kriegt sich wieder ein] ist ein Witz.
Ben: Es gibt Menschen auf dem Schiff, die unschuldig
sind. Die haben keine Ahnung, dass der Mann, für den sie arbeiten ein
Monster ist, ein gewissenloser Killer, der kein hehres Ziel verfolgt.
Ich wollte dir den Unterschied zwischen uns beiden zeigen. Ich führe
einen Krieg und ich tue, was ich tun muss, aber ich töte keine
unschuldigen Menschen.
Michael: Ana Lucia und Libby... waren auch unschuldig.
Ben: Das warst du, Michael. Das war deine Entscheidung.
Ich verurteile dich nicht, schließlich hatten wir deinen Sohn, und was
würde ein Mann nicht für seinen Sohn tun.
Michael: Was verlangst du... von mir?
Ben: Ich will die Namen von allen Menschen, die auf
diesem Schiff sind. Wenn ich mich wieder melde, dann gibst du mir diese
Liste, und anschließend wirst du die Geräte im Funkraum zerstören. In
der Verwirrung über den Verlust ihrer Verbindung zum Festland,
zerstörst du die Schiffsmotoren. Wenn du das machst, wird das Schiff
nie zur Insel gelangen, und du hast deine Freunde gerettet. Tust du das
für mich, Michael?
Michael: Ja.
Ben: Dann darfst du dich von nun an zu den Guten zählen.
Sayid und Desmond haben sich Michaels Geschichte bis jetzt in dem Maschinenraum der „Kahana“ angehört.
Sayid: Also du willst damit sagen... du arbeitest für Benjamin Linus?
Michael: Ja. Ja, das will ich sagen.
Sayid nähert sich nonchalant Michael, als ob er ihn umarmen
wolle, dann packt er Michael, wirbelt ihn herum, und hält seinen
rechten Arm hinter seinem Rücken fest.
Desmond: Sayid.
Michael: Hör auf.
Michael ächzt.
Michael: Lass mich los. Was hast du vor?
Sayid: Halt den Mund!
Sayid schleppt ihn durch die Tür fort, einen Gang herunter, und in das Quartier des Captains hinein. Desmond folgt ihnen.
Gault: Was wird das hier?
Sayid: Dieser Mann ist nicht, was er vorgibt. Er war ein
Passagier auf Oceanic Flug 8-1-5. Wir waren zwei Monate zusammen auf
der Insel, bevor er uns betrogen hat. Dieser Mann ist verantwortlich
für die Sabotage des Funkraums. Er hat den Schiffsmotor zerstört, und
sein Name ist nicht Kevin Johnson. Er heißt Michael Dawson... Und er
ist ein Verräter.
Blättergeraschel als Rousseau Alex and Karl durch ein hochgewachsenes grasiges Gelände auf der Insel führt.
Rousseau: Wir machen Pause und trinken was. Zwei Minuten, dann müssen weiter.
Alex und Karl setzen sich auf einen Holzblock und nehmen ihre
Wasserflaschen heraus. Rousseau schaut sich die Karte an. Karl schaut
sich unsicher um.
Alex: Ist was?
Karl: Nein, nichts.
Alex: Karl…
Karl: Ich weiß nicht. Ich hab nur irgendwie ein schlechtes Gefühl gekriegt. Was wäre, wenn dein Vater uns getäuscht hat?
Alex: Karl, ich hasse es genau wie du, Befehle von meinem Dad auszuführen, aber er will nicht, dass mir etwas geschieht.
Karl: Wenigstens eine Sache an ihm, die ich verstehe.
Sie schmunzeln.
Alex: Wenn wir beide dichthalten, erfährt er's nicht.
Sie lacht. Sie hören ein knallend-rauschendes Geräusch. Darauf
noch eins, und Karls Wasserflasche, die er in seiner rechten Hand hält,
bekommt ein Leck. Ein drittes Knallen und Rauschen, und Karls Brust
wird verwundet. Er zuckt zusammen und fällt mit einem leisen Stöhnen
nach vorne. Er schlägt dumpf auf dem Boden auf. Alex kniet sich hin, um
ihn aufzuheben.
Rousseau: Alex!
Alex: [schluchzend] Karl?
Rousseau: Alex!
Alex: Karl! Karl, Karl! Nein!
Rousseau: Komm mit!
Alex: Nein! Nein!
Rousseau: Komm mit! Er ist tot.
Alex: [weinend] Karl!
Rousseau: Komm! Runter!
Rousseau zieht Alex herauf, und sie verdecken ihre Köpfe und
versuchen, hinter dem Stamm einer Palme Deckung zu finden. Wie sie sich
bewegen, zischen Kugel an ihnen vorbei, welche Bäume treffen.
Alex: Nein! Wir müssen Karl holen!
Rousseau: Nein. Er ist tot.
Alex: Karl!
Rousseau: Er ist tot! Hör mir zu.
Sie nimmt Alex' Gesicht in ihre Hände.
Rousseau: Du nimmst jetzt meine Hand. Dann zähle ich bis drei, und dann rennen wir los.
Alex schluchzt.
Rousseau: Schaffst du das mit mir zusammen? Ich liebe dich. Ich liebe dich über alles, Alexandra.
Rousseau kämmt Alex' Haar aus ihrem Gesicht und flüstert.
Rousseau: Bist du bereit?
Alex nickt und ringt nach Luft.
Rousseau: Eins...
Rousseau hört auf zu flüstern und wird lauter.
Rousseau: Zwei...
Rousseau nimmt die Hand ihrer Tochter und dreht sich um, will aufstehen.
Rousseau: Drei!
In dem Moment als Rousseau aufspringt, hört man einen Schuss und
eine Kugel zischt in ihren Körper, genau unter ihre rechte Brust. Sie
ächzt und prallt vorwärts fallend auf dem Boden auf. Alex nimmt wieder
Deckung hinter der Palme ein, dort sitzt sie und atmet schwer. In dem
hohen Gras vor ihr raschelt es: Jemand rennt dort umher. Sie ist
umzingelt. Alex steht auf und stellt sich in die Schusslinie mit
erhobenen Händen, und schreit.
Alex: Wartet! Wartet! Nicht! Ich bin Bens Tochter! Ich bin seine Tochter!
Text © lostpedia by Willow, Mel1702 & Nordlys
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